Testergebniss: Kamerarucksack – Darf’s ein bisschen kleiner sein?

Date: 28. August 2014 Posted by: MichWitz In: Fotografie

So, und hier mein Testergebnis:Folgende Probanden hatte ich getestet.
1. Case Logic SLR Sling SLRC-205
2. Lowepro Passport Sling II
3. Think Tank TurnStyle 20
4. Think Tank TurnStyle 10
5. Canon Gadget Bag 300EG

Aufgabenstellung war – ein Slingbag für das kleine Besteck (Canon EOS60D mit aufgeschraubten Immerdrauf – hier 17-55 2.8) plus etwas Kleinkram wie Geldbörse, Schlüssel, Sonnenbrille evtl Wasserflasche und iPad für den kurzen Weg in die Stadt, auf den Spielplatz, Spaziergang oder so.

Das Case Logic Slingbag hat eine sehr gut gepolsterte – dafür aber auch sehr starre – Tasche für die Kamera und eine extra Tasche. Vom Platz her ok – leider ist der Steife Kamerateil recht tief und darunter ladet für mich der Tragekomfort – die Tasche steht mir am Rücken einfach zu sehr ab. Daher war diese schnell aus dem Rennen.

Die beiden Thinktank Slingbags sind echt toll – die Kameratasche ist gut gepolstert aber nicht zu starr und wirkt dadruch auch nicht so tief. Beide liegen gut und nicht störend am Rücken. Die 10er Veriante hatte zwar genügend Platz für meine Kamera – aber dann nur wenig Platz für den Rest. Beim Thinktank Turnstyle 20 sieht das schon besser aus.
Beide Taschen haben neben dem Kamerafach noch zwei andere Fächer – eins obenauf für Kleinkram – aber weniger für Geldbörse, Schlüssel etc. da sie eher flach ist und auch der Reissverschluss wenig Schutz vor Langfingern bietet, aber für Tickets, Stadtplan, Filter, Pinsel etc. sehr gut geeignet. In das hintere Fach passen im 10er ein iPad Mini oder auch ein Kindle rein – beim 20er ohne Probleme ein normales iPad. Schön ist auch, dass es ein kleines Fach gibt in dem eine Regenhülle für die Taschen verborgen ist.
Was mir weniger gefiel war der Trageriemen. Dieser ist zwar sehr bequem – lässt sich aber nur über der linken Schulter tragen. Das hat natürlich auch einen Sinn, da der Slingbag so gut vom Rücken nach vorn zu schlingen ist und dann der Reissverschluss oben mit der rechten Hand sehr gut bedienbar wird. Soll aber mal die Schulter entlastet werden dann ist der Wechsel auf die andere Schulter nicht möglich – dafür kann der Riemen aber auch so angebracht werden, dass er als Hüftgurt dient und so die Tasche durch die Hüfte getragen wird.

Beim Lowepro Passport Sling hatte ich zunächst bedenken ob der Form und da er ein bisschen wie eine große Einkaufstasche wirkt. Die Tasche erinnert in der Form einer Banane.
Bei der Anprobe dann aber ein echter Aha-Effekt – die Tasche lässt sich quasi „universal“ tragen: wie eine Tasche über eine Schulter an der Seite, aber auch schräg von einer Schulter zur gegenüberliegenden Hüfte – und auch wie ein Slingbag schräg über die Schulter und die Tasche dann im unteren Rückenbereich. Das ganze geht sehr gut auf beiden Seiten und fühlt sich alles recht komfortabel an – und die Hände sind auch sehr gut frei, wenn die Tasche auf den Rücken ist. Für längere Wanderungen oder gar kleine Klettertouren nicht geeignet – was aber auch nicht Aufgabenstellung war.
Die Tasche besteht fast nur aus dem Hauptfach, der über einen oben geführten Reissverschluss auf geht. Dieser liegt – wenn die Tasche auf dem Rücken getragen wird – gut an der Rückenseite, so dass er nur schwierig unbemerkt zu öffnen ist. Das Hauptfach enthält einen herausnehmbaren Einsatz (mit Klett an den Seiten und Boden fixiert) in dem die Kamera gut halt findet, der aber auch nicht zu starr ist. Der Einsatz hat noch den üblichen, per Klett zu fixierenden Trenner, so dass durchaus auch eine Zweitlinse oder ein Blitz dort rein passt.

Neben dem Einsatz ist noch genug Platz für den restlichen Kleinkram und wenn es mal etwas mehr wird, kann an der höheren Stirnseite der Tasche über einen Reissverschluss „ausgebeult“ und vergrössert werden. Zusätzlich sind noch zwei kleine Taschen im Hauptfach für MemoryCard oder Ersatzakku etc..
Auch mein iPad hab ich gut neben dem Kameraeinsatz im Hauptfach hineinschieben können. Sowohl Kamera als auch iPad sollten so – bei nicht allzu harten Geländemärschen – ausreichend gut geschützt sein.
Um die Tasche herum verlaufen drei offene Einstecktaschen – je eine an den Längsseiten und eine umlaufende Tasche an der kürzeren Stirnseite, die sehr gut eine 0,5 oder gar 1L PET Flasche straff genug halten wird.Den Canon Gadget Bag hatte ich nur in der Auflistung, für den Fall, dass keine der anderen Taschen meine Anforderung erfüllen würden – und ich so zumindest einen Kostengünstigen Kompromiss hätte. Da aber nun sowohl der Thinktank Turnstyle 20 als auch der Lowepro Passport Sling so gut abgeschnitten haben, ist auch diese Tasche aus dem Rennen.Also Thinktank Turnstyle 20 oder Lowepro Passport Sling. Beide recht gut geeignet – die eine mit mehr Tragemöglichkeiten und Platz für eine Flasche – die andere auf dem Rücken eine Spur besser zu tragen und sichtlich robuster. Die bessere Qualität des Turnstyle sieht man dem Produkt auch direkt an. Dies und der vorhandeen Regenschutz würde die mehreren Tragemöglichkeiten des Lowepro und die dort vorhandene Flaschentasche durchaus aufwiegen – evtl sogar den Thinktank Turnstyle etwas besser dastehen lassen.
Nehmen wir nun noch den Faktor Preis hinzu, dann ändert sich dieses Bild jedoch. Laut aktuellen Amazon Preisen müssen für den Thinktank knapp 100€ berappt werden – durchaus anspruchsvoll, aber im Rahmen für Funktion und Qualität. Demgenüber stehen aber knapp 34€ für den Lowepro – und das ist überraschend.Fazit:
Sind in der Funktion der Thinktank Turnstyle 20 und der Lowepro Passport Sling – wenn auch mit unterschiedlichen herangehensweisen – gleichauf, so ist die fühlbar höhere Qualität des Thinktanks für mich (subjektiv) NICHT dreimal höher als die des Lowepro wie es der Preisunterschied suggeriert.Somit – Mission accomplished sowohl für Thinktank Turnstyle 20 als auch für Lowepro Passport Sling – mit dem klaren Preisvorteil auf Seiten des Lowepro Passport Sling, der damit meine erste Wahl ist.Für diejenigen die einen reinen kleinen Slingbag suchen, welcher nur die Kamera aufnehmen soll und mehr Wert auf echt guten Schutz der Kamera legen (bei leichten Klettereien oder im Gelände, wo es auch mal härter und schmutziger werden kann), der ist sicherlich mit dem Thinktank besser bedient – je nach Größe der Kamera und Beibepackung der 10er oder 20er. Da ich dafür aber schon einen kleine und guten Kamerarucksack von Crumpler habe, wir der erst mal weiterbenutzt.

 

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