Peking 2022 !?

Date: 1. August 2015 Posted by: MichWitz In: Blog

Das IOC hat sich entschieden – 44:40 Stimmen für Olympia 2022 in Peking. 14 Jahre nach den Sommerspielen 2008, gibt es dort nun auch olympische Winterspiele.

Zur Wahl standen – nach mehreren Absagen in den letzten Jahren – die Wintersportregion Almaty (Kasachstan) und Peking (China), das auf der Landkarte internationaler Wintersportorte bisher nicht vertreten war.

Soviel zur Agenda 202 von Thomas „Wir sind IOC Präsident“ Bach. Kostenreduzierung, Nachhaltigkeit und Menschenrechte.

Selbst das IOC geht davon aus, dass die Kosten über den bereits utopischen 50 Milliarden Dollar von Sotschi liegen werden. Fast alle Sportstätten müssen neu gebaut werden. Es ist zwar Kalt gibt aber keinen Naturschnee, der dann durch immense Mengen Kunstschnee ersetzt werden muss. Die Infrastruktur zur Verbindung der späteren Wettkampfstätten muss komplett neu erstellt werden. Lange Wege – neue Stadien – fehlende Ressourcen.

In Almaty gibt es eine lange Tradition zahlreicher Wintersportarten – die Neuerstellung hält sich in Grenzen und die Entfernung zwischen den Wettkampfstätten wäre gering.

Allein die Produktion des Kunstschnees wird zur Entwässerung angrenzender Gebiete führen. Die künstlichen Skigebiete werden sich nach den Spielen nur schwerlich von den Eingriffen erholen – zumal eine adequate Nachnutzung dieser, aber auch anderer Wettkampfstätten, unwahrscheinlich ist.

Als traditionelle Wintersportregion dürfte die Nachnutzung der Wettkampfstätten – ob Neu oder Saniert – weitestgehend gesichert sein. Die natürlichen Vorraussetzungen sind ebenfalls gegeben.

Menschenrechte – gut, da nehmen sich China und Kasachstan sicherlich nichts – leider im negativen Sinn.

Warum also Peking und nicht Almaty? Offiziell, weil Peking bereits Erfahrung mit solch einem Großereignis hat. Wahrscheinlich war der riesige neue Markt an – zumindest zeitweise – Wintersportinteressierten Chinesen auch kein Hindernis.

Eine andere interessante Frage ist aber, wieso standen nur zwei austragende Orte zur Wahl? Wieso haben im Vorfeld so viele traditionsreiche Wintersportregionen – ob wegen Bürgerentscheid oder aus Einsicht – von den Bewerbungen zurück gezogen oder sind erst gar nicht angetreten?

Almaty wäre die bessere Lösung gewesen – wenn auch keine gute. Aber zumindest wären den Worten der Agenda 2020 Taten gefolgt.

Keine Frage, die Spiele werden sicherlich gelingen. Sie werden ein Fest werden und die Ausrichter werden sich von ihrer besten Seite zeigen. Es wird ein Erfolg werden – Doch um welchen Preis?

Das Preisschild wird vom IOC angebracht – und ist mit der Präsidentschaft von Thomas Bach, und seiner Visionen von Kostenreduzierung, Nachhaltigkeit und Menschenrechten, nur noch teurer geworden.

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