Neuer Fernsprecher – S850A GO

Date: 3. August 2015 Posted by: MichWitz In: Things that work for me

Unser in die Jahre gekommenes Gigaset (S795) will nicht mehr so wie wir wollen – oder besser, es will schon, nur nicht mehr so lang. Akku futsch – oder besser gesagt, das Akku-Management. Neue aufladbare Batterien brachten auch keinen Unterschied. Kurz und gut – ein neues Telefon muss her.

Gigaset sollte es natürlich bleiben, IP Telefonie verstehen und ein Anrufbeantworter braucht es auch (da sind wir etwas altmodisch, auch wenn unser all-IP Anschluss schon einen Anrufbeantworter pro Nummer in der Cloud hat).

Zur Wahl standen das SL400 GO und das S850A GO – beide mit je einem zusätzlichen Mobilteil – eins für oben, eins für unten ;o).

Das SL400 ist recht schnell ausgeschieden. Wer ein schickes Telefon sucht und dafür auf etwas Bedienkomfort – eng zusammen liegender Tasten, Wahl- und Auflegetasten vergleichsweise klein, Menükreuz nicht ganz so sauber zu bedienen – verzichten mag, sollte es sich einmal anschauen. Für uns war es nichts. Auch da unsere Tochter (jetzt 4) nun anfängt ans Telefon zu gehen, auch mal selber wählen will … und dafür sind die SL400 Tasten einfach nicht gemacht.

Das S850A ist dagegen größer, dafür aber leichter – da Plastik (SL400 spürbar Metall!). Durch die Größe empfinde ich es auch angenehmer in der Hand und am Ohr, als das schon etwas kleine SL400. Das Menükreuz ist gut abgesetzt und daneben befinden sich die Wahl- und Auflegetasten, in wunderbar kindgerechter Größe.

Beide Telefone haben eine extra Basisstation – d.h. die Basisstation kann dort hin wo der Router steht und das Mobilteil kann frei im Raum gestellt werden, wenn in der Nähe eine Steckdose für die Ladeschale ist. Die GO Version der Telefone weisst darauf hin, dass es sich hier um direkt IP Fähige Telefone handelt – also die Basis direkt mittels LAN-Kabel an den Router und die Mobilteile können den jeweiligen Telefonnummern zugewiesen werden. Klingt ähnlich wie non-IP Telefone, aber der Clou liegt im Detail – erweitere ich die Basis um weitere Mobilteile, so kann ich diesen unterschiedliche Telefonnummern zuweisen und brauche dafür keine extra Basis, die mit dem Router verbunden werden muss. In Gänze können das bis zu 6 verschiedene Nummern sein, wobei parallel zwei Anrufe gleichzeitig geführt werden können. D.h. wenn mein Telefon im Büro die Segel streicht, benötige ich nur ein zusätzliches Mobilteil und binde es mit der Büronummer ein. Will die Tochter später mal ein eigenes Telefon – neues Mobilteil + extra Nummer = kein Problem.

Nebenbei gibt es noch ein paar Kleinigkeiten in Form von Infodiensten über dass das Telefon einige Informationen wie Wetter, Nachrichten oder auf Wunsch auch Facebook und Mailupdates direkt aus dem Internet zieht. Ob man das dann wirklich braucht ist Ansichtssache. Bis auf den lokalen Wetterticker finde ich keine wirkliche Verwendung hier – und auch der ist über das fast ständig verfügbare Smartphone grafisch um Jahrzehnte besser gelöst.

Was aber die Verbindung zum Internet noch hergibt, ist die Kontakterstellung übers Smartphone. Das bedeutet – über eine spezielle App können Kontakte auf Android oder iPhones ausgewählt und direkt auf die Mobilteile gesendet werden. Klappt sehr gut – pro Kontakt die ersten 3 Telefonnummern + eMail und Jahrestag werden problemlos übertragen. Zudem gibt es sowohl für Mac als auch PC ein Sync-Programm, welches die Adressbücher (Kontakte für Mac und Outlook für PC) über Bluetooth an die Mobilteile synchronisieren kann. Ich empfinde die Variante über die Smartphone-App wesentlich besser und smarter.

Den Bluetooth Sync nutze ich dagegen nur um kleine Bilder für bestimmte Kontakte auf die Mobilteile zu senden, die ich dann manuell über das Mobilteil selbst den jeweiligen Kontakt zuordnen kann – das Bild erscheint dann im Display, wenn der jeweilige Kontakt anruft. Schöne Spielerei … aber auch der Aufhänger für den wichtigsten Kritikpunkt.

Heute funktioniert fast alles in der Cloud und Smartphone-Nutzer haben üblicherweise ihre Kontakte auch irgendwo dort – meist bei Google oder in der iCloud – liegen. Ein direkter Sync damit wäre also viel sinnvoller. Und dann auch gleich der direkte Sync mit im Adressbuch hinterlegten Kontaktfotos! – denn das finde ich echt ein kleines Unding, dass ich den Kontakt über die Smartphone-App an das Mobilteil senden kann, das Bild aber nicht gleich mit konvertiert und übertragen wird und ich es daher mit anderen Programmen (Quicksync), anderen Übertragungswegen (Bluetooth) und von anderen Geräten (Mac/PC) „nachschieben“ muss. Da es nur sehr selten gemacht werden muss, ist es ok – aber sicherlich smarter lösbar. Vielleicht ein Plan für spätere SW-Updates.

Insgesamt – ein Gigaset eben – es funktioniert wie es soll und das sehr gut. Das Verschieben der Kontakte vom Smartphone finde ich als echte highlight und ich hoffe, dass das Akkumanagement bei den Geräten länger hält als 5 Jahre.

Absolute Kaufempfehlung, mit der Hoffnung, dass die Software im Laufe der Zeit noch den ein oder anderen Sprung nach vorn macht.

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