Fotos GeoTaggen mit Networx iGeo

Date: 17. Februar 2011 Posted by: MichWitz In: Fotografie

7757e56_23Wir fahren gern und oft in den Urlaub – und seit wir auch eine schöne Spiegelreflex-Kamera haben nutzen wir diese auch wo und wann wir können.

Paris, Berlin, Usedom, Leipzig … wir machen gern und viele Fotos.

Seit ich nun seit wenigen Wochen auf Mac umgestiegen bin und mich dort ganz arg mit Aperture als Foto-Verwaltung angefreundet habe, habe ich – während ich so ca. 40.000 Bilder aus den letzten 8 Jahren in mühsamer Kleinarbeit einsortiert habe – nach einer Möglichkeit Ausschau gehalten, wie ich meine Bilder gut und ordentlich Geotaggen – also mit den Ortsinformationen – versehen kann.

Kurz zur Theorie:
Ein Geo-Tag ist ein Meta-Element, das über die geographische Position zahlreicher Medien, wie zum Beispiel Fotos, Videos oder Webseiten informiert. Dabei werden üblicherweise Längen- und Breitengradgespeichert, aber auch zusätzliche Informationen wie Land, Höhe oder Ortsnamen sind häufig enthalten.“ (Wikipedia.org – Geo-Tag … so geht das Herr von und zu G.)

Dem Bild werden also, frei übersetzt, Informationen im Datenteil hinzugefügt, welche den genauen Ort der Aufnahme enthalten (über GPS – Längen-/Breiten-grad, Höhe, etc.) und die durch gängige Verwaltungsprogramme auch umstandslos ausgelesen werden können … Man will ja später sehen wo man sich so im Urlaub aufgehalten hat – so hinter der Kameralinse bekommt man ja nix mit ;o)

Ein Album einfach mit dem „Paris“, „Usedom“ oder „Zoo Leipzig“ manuell zu Taggen wäre dabei der einfache und kostengünstige Weg. Spätestens aber, wenn man unter zB 1000 Paris Fotos herausfinden will, ob das nun der Markt im Quartier Latin oder auf der Rue Monterguile war, oder ob die Kirche Saint-Sulpice oder Saint-Eugene sein kann etc. Haben die Bilder jedoch den korrekten und genauen GeoTag, dann zeigen die gängigen Verwaltungsprogramme über Google-Map den Standort und schon sieht man ob die Kirche südlich der Seine (Saint-Sulpice) oder nördlich (Saint-Eugene) liegt – ausserdem geben die Tags in Verbindung mit dem zeitlichen Verlauf der Fotos auch den Wanderweg durch die Stadt auf. Ein Gimmick – aber eben auch ein nettes Gimmick.

Also, auf und eine Möglichkeit des GeoTaggings für die Kamera gesucht. Einige Kameras – sehr wenige – haben das schon eingebaut – unsere aber – wie die allermeisten – nicht.

Also ein externer GeoTager.

Gesucht, gefunden. Ein relativ gut bewerteter GeoTager soll der Networx iGeo Bluetooth sein. Ein kleines 20gr schweres etwas, was, mit dem daran angebrachten Schlüsselring, wie ein Schlüsselanhänger ausschaut.

Das Teil ist eigentlich nichts anderes als ein GPS Empfänger, der das empfangene GPS Signal alle 5 Sekunden auf einen internen Speicher schreibt. Über ein GeoTagging Programm, dass die Daten ausliest und in die jeweiligen Bilder schreiben kann, werden diese gespeicherten Daten aus dem Schlüsselanhänger/GeoTagger ausgelesen und anhand der Zeitinformationen den Bildern zugeordnet die zum selben Zeitpunkt aufgenommen wurden. Die Zuordnung wird dann in die Originalbilder exportiert und schon hat das Bild die richtigen GPS Daten – vorrausgesetzt der Schlüsselanhänger konnte zur Bildaufnahmezeit ein GPS Signal empfangen.

Der Networx iGeo soll dabei eine Laufzeit von ca. 12 Stunden pro Ladung haben (aufgeladen wird per USB und in ca. einer Stunde soll er komplett augeladen sein) und einen Speicherplatz von bis zu ca. 200.000 GPS Daten. Da die wenigsten Fotosessions mehr als 12 fortlaufenden Stunden dauern werden und die 200.000 speicherbaren Datenpunkte wohl locker einen ganzen Urlaub Platz bieten, geht das schonmal in Ordnung – einen Preis von knapp 90€ auf jeden Fall wert, wenn es funktioniert.

Vertrieben wird das Teil über den bekannten Apple-Zubehör Händler Gravis und geliefert wurde es innerhalb 2 Tage.

Also gestern geliefert und heut gleich mal auf einer kleinen Runde durch die Stadt getestet.

Das Aufnehmen ist recht einfach – Schlüsselanhänger einschalten – warten bis das Signal für den GPS Empfang blinkt und dann mit der Kamera losknippsen. Wichtig – die Kamera sollte die korrekte Zeit eingestellt haben, der GPS Empfänger erhält die genaue Zeit über das empfangene Signal.

Die Software die dem Paket auf einem USB Stick beiliegt und die Daten des Schlüsselanhängers auslesen und mit den Fotos verknüpfen soll ist HoudahGeo – einem, wenn man dem Internet glauben kann, durchaus bekannten Programm für solche Zwecke und für den Mac. Die Installation is Mac-typisch einfach – schade nur, dass die vorhandene Version veraltet ist, was etwas später noch zum Problem werden sollte.

Also SW installiert – Bilder in das Programm importiert und den Networx iGeo auf Bluetooth gestellt. Das Parring mit dem Rechner ging problemlos und auch das Programm erkannte den Schlüsselanhänger sofort. Das Einlesen der Daten konnte also gestartet werden. Gesagt, getan – und abgewartet und Tee getrunken … nach der zweiten Kanne und wenig sehenswerten Fortschritt, hab ich das dann mal abgebrochen und den Schlüsselanhänger über USB verbunden (Kabel liegt bei und ist auch gleichzeitig zum Aufladen gedacht) – und schwubs, die Geodaten werden ausgelesen und den jeweiligen Bildern korrekt zugeordnet. Warum das mit dem Bluetooth so nicht geklappt hat – egal – mit USB gehts und das Kabel brauchts eh immer dabei um es aufzuladen.

Nun laut Handbuch nur noch Exportieren und fertig – oder auch nicht. Jeder Export lief direkt in einen Fehler und auch die Einstellungsvarianten halfen nicht weiter.

Eine weitere Kanne Tee später dann der Durchbruch – Softwareaktualisierung – und siehe da – die SW auf dem Stick war mindestens zwei Nachkomma-Nummern älter als die aktuelle – und genau das waren die notwendigen beiden, die den Export auch sauber durchlaufen ließen. Das Ganze noch einmal gelöscht und von vorn durchprobiert … Einlesen der Bilder, USB Verbindung zum Schlüsselanhänger, Einlesen der Geodaten und automatisches Verknüpfen mit den Bildern, Export der Bilder incl neuer GeoTaggs … läuft wie geschmiert!

Die Probe – rein mit den Bildern in Aperture und die Informationen angeschaut – und siehe da – die Bilder bilden, nacheinander, einen kleinen Spaziergang um den Hennefer Markplatz. So sollte es sein.

Nach dieser gelungenen Generalprobe, hoffe ich auf ebenso gute Ergebnisse in zwei Wochen – zum Stresstest. Dann gehts mal wieder ab nach Paris – Au revoir!

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