Ein paar Gedanken zur US-Wahl bzw. dessen Ausgang #USA #Clinton #Trump # USElections2016

Date: 9. November 2016 Posted by: MichWitz In: Blog

Trump war nie ein Politiker – ob er es wirklich wird, wir werden sehen. Aber als Trump hat er den Vorwahlkampf als ein Spiel angesehen und auch den Wahlkampf – sein Ziel gewinnen. Er hat sehr viel foul gespielt, sich aber an die Regeln gehalten, sonst wäre er ja disqualifiziert worden. Am Ende hat er die meisten Tore geschossen … und gewonnen. Wir dürfen gern Fragen ob das wirklich DIE besten Bewerber für den Job waren und ob der Beste aus der gesamten USA gewonnen hat – aber das bringt nichts und ist auch egal. Genauso kann hinterfragt werden, ob Griechenland oder Dänemark zu Ihren Fussball-EM Siegen wirklich die besten europäischen Mannschaften hatten – bringt aber nicht, gewonnen haben sie so oder so.

Die Amerikaner haben bei der Wahl, eines vermeintlich korrupten und arroganten politischen System, gegen einen der dieses System gnadenlos für sich ausnutzt, sich für den Ausnutzer entschieden. Mit dieser naiven und (Achtung Unwort) postfaktischen Sichtweise ist diese Wahl an sich nur logisch und die richtige Wahl mit der höheren Wahrscheinlichkeit das System zu ändern. Wichtig – um den Ausgang der Wahl zu verstehen, müssen wir die Sicht der Wähler einnehmen und nicht die der (subjektive) Beobachter.

Der Wähler hat immer Recht – und dabei ist egal, dass es hier kein allgemeingültiges Richtig und Falsch gibt. Die Wahl ist immer subjektiv. So wie der Trump-Wähler Bernie Sanders für falsch hält, wird es den Sanders-Wähler ergehen – nur anders herum. Anders wäre es in der Diktatur – „die Partei hat immer Recht!“ – manch einer kann sich vielleicht noch erinnern.

Die Hoffnung stirbt zu letzt. – Was wenn Trump eine ganz eigene Agenda hat, die wir noch gar nicht sehen und die so komplett anderes ist, als das, was wir bisher von ihm kennen. Nehmen wir die Spiel-These von oben: Trump will gewinnen und erfolgreich sein – erst macht er alles, um ein erfolgreicher Kandidaten-Bewerber zu sein … und hat sich damit, erfolgreich, in seiner Partei durch gesetzt – dann tut er alles, um ein erfolgreicher Präsidentschafts-Kandidtat zu sein … und hat sich, erfolgreich, gegen die anderen Kandidaten durchgesetzt. Was, wenn er nun gar ein erfolgreicher Präsident werden will? Wieder wichtig – er ist Präsident der USA, nicht Deutschlands, Frankreichs oder Mexikos . Was Erfolg ist, entscheidet hier der US-Amerikaner, also genau die Wähler, die Trump nun gewählt haben. Da kann unsere elfenbeinturmhafte Draufsicht noch so von Abweichen – zählt nicht!

Vor der Wahl, ist nach der Wahl! (Richtig gelesen.) – Auch wenn in 4 Jahren ein Abrechnung der Amtszeit von Trump ansteht und er ja abgewählt werden könnte, ist er nun mal demokratisch gewählt und ist genau dort, wo ihn das amerikanische Volk haben will. So geht das Spiel. Und so muss sich nun auch herausstellen, dass unser westliches Demokratieverständnis dies aushält.Wir rühmen uns all überall dieser westlichen Demokratie (zu der neben Europa eben auch Nordamerika zählt) – nun darf sie beweisen, was sie kann. Das Volk ist der Souverän und der Präsident, auch wenn er das möchte, kann nicht gegen den Souverän regieren … und wenn doch – dann gibt es ganz andere Herausforderungen.

//tl:dr

Trump ist gewählt – leben wir damit und machen das beste drauß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.